Direkt zum Hauptbereich

Projektwerkstatt Zukunft, oder: Wie ich das Blaue Haus fand

Glaubt ihr an Schicksal? Wenn nicht: Das gibt es! Wie sonst ist es zu erklären, dass man Menschen aus der eigenen, verloren geglaubten Vergangenheit justamente in dem Moment trifft, in dem sie wie ein Puzzlestück in eine leere Stelle unseres Lebens fallen?

So geschehen mit meiner Stempelfreundin Siglinde, die mir vor vielen Jahren mit Rat und Tat in Sachen Buchführung zur Seite stand. Wir hatten uns aus den Augen verloren, bis ein technischer „Schluckauf“ meines Computers mir ihren Namen in großen Lettern auf dem Desktop anzeigte. Und weil ich an Zu-Fälle glaube, habe ich sie angerufen. Welch ein Glück! Ihr Leben hat sich nach unserer gemeinsamen Stempelzeit in eine Richtung entwickelt, die mir völlig neue Impulse gibt und viele Antworten auf lang gestellte Fragen bereithält.

Vor Jahren hatte ich meinen Garten aufgegeben, da ich mehr Fehler machte als Erfolge zu erzielen. Wer mich kennt weiß aber, dass ich nach wie vor ein Hobby-Kräuterweiblein bin. Siglinde ist Profi-Kräuterweiblein geworden, und hat eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin abgeschlossen. Da ich Siglinde leider nicht heiraten kann ohne mich der Bigamie schuldig zu machen, muss ich mich jetzt irgendwie an ihren Rockzipfel hängen.

Und dies geschieht am besten, indem ich Mitglied in dem von ihr mit zwei weiteren engagierten Gründern ins Leben gerufenen Verein geworden bin: Projektwerkstatt Zukunft e.V.

Dieser Verein hat es sich zum Ziel gesetzt…. ach, lest es einfach selber nach: Projektwerkstatt Zukunft e.V.

Für mich bedeutet das: Der Verein bietet zum größten Teil Inhalte, die mir entweder ohnehin auf der Seele brennen, oder gibt völlig neue Impulse für kreatives Schaffen.

Um mir ein Bild zu machen, habe ich Siglinde in dem Blauen Haus besucht. Die Initiatoren mögen mir diesen Namen verzeihen, aber rein zufällig haben sie ihr komplettes Vereinshaus in einer meiner Lieblingsfarben angestrichen. Nun heisst das Haus bei mir halt BLAU.

Das „geräumige“ Holzhaus (die genaue Größe reiche ich euch nach) steht auf einem noch geräumigeren Grundstück. Mit einer riesigen Menge an Arbeitsstunden haben Siglinde und das Ehepaar Ilse und Harald (genaue Links zu den Gründern findet ihr unten) das Haus renoviert und das umgebende Gelände von einer verunkrauteten Brombeerhecke in ein kleines Naturparadies verwandelt. Dabei stehen natürlich heimische Gewächse und Nutz- sowie Heilpflanzen im Vordergrund. Örtliche Schulklassen haben die Gelegenheit, durch eigene Arbeit im Garten das Wachsen und Werden von Nahrung kennenzulernen. Wer weiß heutzutage noch, wie Kartoffel aussehen, bevor sie in den Supermarktregalen liegen? Genau so:

Kartoffeln

Der Garten liegt in unmittelbarer Nähe zum Moseltal und so wundert es nicht, dass er eine steile Hanglage hat. Man sollte also gut zu Fuß sein, wenn man alle Pflanzen kennenlernen will, die das Trio mit meiner lieben Siglinde dort hegen und pflegen.

Projektwerkstatt Zukunft

Der rote Punkt in der oberen Bildmitte ist Siglindes Po *hihihihi*

Der Naturgarten ist das Herzstück der Anlage, und das Blaue Haus auch innen so liebevoll renoviert, dass man am liebsten dort einziehen möchte. Als Vereinsmitglied kann man an Seminaren oder Kursen teilnehmen. Als alte Kreativnudel hatte ich natürlich aus dem Stand eine ganze Reihe von Ideen, was man dort alles machen könnte.

Im intensiven Gespräch mit den Gründern entstanden konkretere Projektansätze, die ich bald weiter verfolgen möchte. Kommt Zeit, kommt Rat. Auf jeden Fall war ich nicht das letzte Mal in Hetzerath an der Mosel. Mit dem Fokus auf die Möglichkeiten des Blauen Hauses hatte ich zwar kaum Augen für die Schönheiten der Umgebung, doch ein kurzer Ausflug führte uns zu einer der berühmten Moselschleifen. Nach den Unwettern der letzten Woche führte der beschauliche Strom viel erdiges Wasser mit sich.

Moselschleife

Mit einem kurzen Spaziergang konnten wir idyllische Fischteiche erreichen, und die Seele ein wenig baumeln lassen.

Seerosen

Das Highlight war aber immer wieder der Garten. Siglinde konnte mir in den beiden Tagen unseres Aufenthalts so viele Tipps und Hilfen mit auf den Weg geben, dass ich eine große Portion Motivation für meinen eigenen Garten mit nach Hause nehmen konnte. Das ferne Ziel sind Selbstversorgung sowie Kenntnisse in Kräuterkunde. Und auch wenn das nicht gelingen sollte:

[bctt tweet=“Sehen wie Dinge wachsen ist immer eine Freude.“ username=“bastelguru“]

Danke Siglinde und Ilse und Harald! Euer Projekt ist ein Traum, aus dem man eine wunderschöne Realtität schaffen kann. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder!

Projektwerkstatt Zukunft

Wen der Verein und seine Ziele interessieren, der findet hier weiterführende Informationen:

Projektwerkstatt Zukunft e.V.

Die Gründer

Die Gründer der Comundialis Stiftung

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Dänemark, bis bald

War das schon eine Woche? In sieben Tagen wurde die Erde erschaffen. Sagt man. Meine kleine Truppe hat ein sehr ähnliches Gefühl, und kehrt nicht so zurück, wie wir vor 7 Tagen zu Dir aufgebrochen sind. Wir haben unzählige Gespräche geführt, Menschen getroffen, Ratschläge bekommen, Fragen gestellt, Häuser angeschaut. Uns darin verliebt, darüber geschlafen und eine neue Liebe gefunden. Und noch eine, und noch eine.  Das Meer gesehen. Im Osten und im Westen, dennoch Nordsee genannt. Watt, Wellen, Wunder. Schlösser, Burgen, eine Villa, reetgedeckte Träume die zum Greifen nah geworden sind.  Ist das alles wirklich passiert? Oder habe ich Dich geträumt?  Nach diesem Traum, in dem wir die Welt neu erschaffen haben, müssen wir aufwachen. Nach Hause fahren. Doch wie es bei wunderschönen Träumen so ist, versuchen wir uns zu erinnern. Und, was bei nächtlichen Träumen unmöglich ist, wieder darin einzutauchen. Wie? Die Brücken in der alten Heimat abbauen. Stein für Stein. Es mag lang...

Heimat ist auch schön, aber.....

Eigentlich habe ich ja Glück: Ich wurde in eine "Wohn- und Schlafstadt" geboren. Und es hat hier viele Millionäre. Leider kenne ich keinen davon, und falls doch, hat er oder sie mir noch nichts von den Millionen erzählt. Die Gegend ist hübsch, ländlich und doch ist man in 20 Minuten sowohl in Köln als auch in Düsseldorf (rein rechnerisch, bis zur Stadtgrenze und ohne Stau!). Trotzdem... Wir kratzen an den Ballungsgebieten und was Ruhe und Landleben wirklich bedeuten habe ich erst spät im Leben durch Urlaube kennengelernt.  Hier ist es voll. Je mehr Menschen sich auf einer Stelle knubbeln, um so unleidlicher können sie werden.  Konzepte, in denen sich Firmen in ländlichen Gegenden ansiedeln, gibt es zwar aber ich kenne kein einziges Beispiel. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch die günstigeren Immobilienpreise können Mitarbeiter sich ein Heim leisten und Familien gründen, was sie wiederum an Ort und Firma binden kann. Win win.  So macht das hier niemand. Wie auch, wenn...

Tomatenhaus von Ikea

Seit Jahren wünsche ich mir ein Dach für meine Tomaten. Vor allem an dem Top Plätzchen für meine Lieblingspflanzen, der Süd-Ost-Ecke des Hauses. Mein Mann wollte Bilder haben, wie ich es mir vorstelle. Hab ich geliefert. Nix passiert. Ich sollte eine Bauanleitung finden. Die hab ich nicht gefunden, jedenfalls keine die mir gefiel. Dann wollte ich ein paar alte Ikea Ivar Regale entsorgen. Eigentlich viel zu schade, aber so lange im Keller gelagert, dass ich sie auch an niemanden mehr verschenken wollte, da ganz leicht angegammelt. Dann hatte ich eine Vision: Die Regale sehen doch irgendwie aus...wie ein Tomatendach! Das fehlende Teil war die Verbindung zum Boden. Ich hatte vor Jahren mal ein altes Regal einfach ins Beet gestellt, ohne Füsse oder Schutz gegen Feuchtigkeit. Das ging nicht gut aus. Doch ich habe mich gefragt, ob es auch Einschlaghülsen, wie man sie für "richtige" Zäune benutzt, auch für die dünnen Ivar Füßchen gibt? Gibt es! Das war es! Der Missing Link, der heil...